UN-Kinderrechtskonvention


Was ist die UN-Kinderrechtskonvention?

Kinder und Jugendliche haben Rechte. Das Recht auf Überleben, auf Bildung, auf Beteiligung an wichtigen Entscheidungen, auf Schutz vor Missbrauch und Gewalt sind nur die wichtigsten davon.

Weltweit festgeschrieben sind diese Rechte in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, genannt auch UN-Kinderrechtskonvention. Die Konvention gilt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Die Konvention über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention) ist am 20. November 1989 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und bis heute von den meisten Staaten der Erde (bis auf die USA und Somalia) ratifiziert worden - ein einmaliger Erfolg im Bereich der internationalen Rechte.

Die Ratifikation, oder Ratifizierung bedeutet die völkerrechtlich verbindliche Erklärung des Abschlusses eines Vertrags durch die Vertragsparteien, wie z.B. Deutschland. Über diese verbindliche Erklärung  wird eine Ratifizierungsurkunde erstellt und der Vertrag tritt dann mit einer daran gebundenen Frist in Kraft. 

Die UN-Kinderrechtskonvention hat die Bundesrepublik Deutschland als einer der ersten Staaten der Welt am 26. Januar 1990 unterzeichnet. Sie ist dann in Übereinkunft mit dem Deutschen Bundestag ratifiziert worden und ist am 5. April 1992 in Kraft getreten.

Die UN-Kinderrechtskonvention definiert Grundrechte, die völkerrechtlich verbindlich sind. Die Staaten, die das Dokument unterzeichnet und ratifiziert haben, stehen in der Pflicht, diese Rechte in ihren nationalen Gesetzen umzusetzen und zu verwirklichen.

Die Konvention bildet ein Wandel in der Wahrnehmung der Kinder ab. Sie geht von einem Menschenbild aus, das Kinder nicht einfach als unmündige, unfertige Wesen sieht sondern als Teilhabende unserer Gesellschaft und Gestalter unserer Zukunft. Wie jedem Menschen, so sind auch jedem Kind auf dieser Welt individuelle Rechte eigen. Erziehungsberechtigte und staatliche Stellen haben somit ihre Interessen stellvertretend zu wahren und zu schützen.

Durch die UN-Kinderrechtskonvention ist weltweit Bewegung in die Kinder- und Jugendpolitik gekommen. Die verschiedenen Problemlagen von Kindern wurden auf internationalen Konferenzen erörtert. Es gab neue internationale Abkommen und viele Staaten haben ihre Gesetze im Lichte der Kinderrechtskonvention überarbeitet. Viele Staaten haben jedoch die Konvention nur unter Vorbehalten ratifiziert. Durch solche Vorbehalte werden einzelne Bestimmungen der Konvention im jeweiligen Land nur eingeschränkt oder gar nicht wirksam. Auch Deutschland hat die Kinderrechtskonvention nur unter Vorbehalten ratifiziert.

Einziges Druckmittel der UN-Kinderrechtskonvention in Hinsicht ihrer Umsetzung in Landesrecht ist die Bestimmung des Artikels 44. Darin haben sich die Unterzeichnerstaaten verpflichtet, dem Komitee für die Rechte des Kindes bei den Vereinten Nationen in Genf zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention erstmals und danach alle fünf Jahre einen Rechenschaftsbericht abzuliefern. Darin müssen sie darlegen, inwieweit die Kinderrechte bei ihnen garantiert sind, und welche Fortschritte seit dem jeweils vorhergehenden Bericht erreicht wurden.

Öffentlichkeit ist das einzige wirkliche Druckmittel, das Regierungen fürchten müssen, wenn sie gegen Kinderrechte verstoßen oder wenn sie zu wenig tun, diese Rechte zu verwirklichen.

Eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung der Menschen- und Kinderrechte spielen die regierungsunabhängigen Kinder- und Jugendorganisationen (NGOs). Früher mussten diese Organisationen rechtfertigen, warum politisch und finanziell mehr für Kinder getan werden müsste. Heute müssen sich die Regierungen rechtfertigen, wenn sie eine Verpflichtung, die sie mit der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention eingegangen sind, nicht einhalten.

Die UN-Kinderrechtskonvention im Wortlaut (Texte in amtlicher Übersetzung auf Deutsch) findet man unter www.kidweb.de/kiko.htm oder unter www.kinderpolitik.de/bibliothek/content/3_1.htm.

Die Rechte der Kinder einfach erklärt - Erklärung der UN-Kinderkonvention für Kinder; 5. Auflage Sommer 2004
www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/PRM-9426-Die-Rechte-der-Kinder-_28logo_29--,property=pdf,bereich=,rwb=true.pdf  (.pdf 4,1 MB)

Mehr zu Kinderrechten auch unter:
www.kindersache.de/politik/default.htm?a=/politik/rechte.htm