Offene Kinder- und Jugendarbeit


Die gesetzliche Grundlage für die offene Kinder- und Jugendarbeit stellt das Sozialgesetzbuch VIII dar. Im Paragrafen 11 "Jugendarbeit" definiert der Gesetzgeber Jugendarbeit so:

1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

(2) Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.

(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

   1. außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,
   2. Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,
   3. arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit,
   4. internationale Jugendarbeit,
   5. Kinder- und Jugenderholung,
   6. Jugendberatung.

(4) Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen.

Eine praktische Ausgestaltung findet diese gesetzliche Grundlage in einem vielseitigen Angebot von offenen Kinder- und Jugendhäusern in unserer Gemeinde. Diese Angebote werden sowohl von einer einer Vielzahl freier Träger wie auch vom öffentlichen Träger unterbreitet. Gegenwärtig sind in Selmsdorf rund 3 Einrichtungen mit offenen Angeboten zu finden, wobei in dieser Zahl auch Angebote aus den Bereichen Jugendsozialarbeit und verbandliche Jugendarbeit berücksichtigt wurden.

Die Konzepte offener Kinder- und Jugendarbeit bedienen sich unterschiedlicher Ansätze. Neben sozial - integrativen und emanzipatorischen Ansätzen haben in der jüngeren Vergangenheit verstärkt sozial - ökologische Intentionen Zugang zu sozialpädagogischen Konzepten in der offenen Arbeit gefunden. Zu den gängigen Methoden in der offenen Arbeit zählen der offene Treff, kreative, kulturelle und sportliche Angebote für die AdressatInnen. Angebote der außerschulischen kulturellen und ökologischen Jugendbildung zählen ebenfalls zu wichtigen konzeptionellen Bestandteilen der offenen Jugendarbeit.

Als vergleichsweise junge Methode zählen verstärkt medienpädagogische Angebote als integrative Methode der offenen Jugendarbeit heute ein wichtiges Arbeitsfeld in diesem Bereich dar. Medienpädagogische Ansätze nehmen Bezug zur Medienwelt, in der junge Menschen heute leben und statten sie mit wichtigen Kompetenzen für einen selbst- und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien aller Art aus. Ein weiterer konzeptioneller Grundsatz sollte die Orientierung an den geschlechtsbedingten Unterschieden der AdressatInnen. Während dies hinsichtlich geschlechtsdifferenzierter Angebote für Mädchen und junge Frauen stärker berücksichtigt wird, gibt es auch weiterhin einen Mangel an Angeboten für Jungen und junge Männer.