25.02.2012

Kleine Betriebe sind das Rückgrat der Wirtschaft

Von: Kniep/Quelle: SVZ

Der Friseur, der Bäcker, der Metzger, der Autohändler und all die anderen kleinen Firmen und Betriebe hier am Ort sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, denn hier arbeiten die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Von den insgesamt 4547 Betrieben, die es im Kreis Nordwestmecklenburg nach den neuesten Auswertungen des Statistischen Landesamtes Ende 2009 gab, hatten 4123 weniger als zehn Mitarbeiter. Oft genug schuftet der Chef auch ganz allein ohne jeden Mitarbeiter.

Diese 4123 ganz kleinen Unternehmen entsprechen einem Prozentsatz an allen Betrieben von 90,7. Zählt man noch die nächste Gruppe der Betriebe mit bis zu 49 Beschäftigten hinzu, kommen hier nochmal 339 hinzu. Ihr Vorteil: Sie sind flexibel, können sich besser auf veränderte Situationen einstellen als große und bieten oft langfristige Arbeitsverhältnisse. In der Krise zeigt sich, wie wichtig sie für die Wiederbelebung des Wachstums sind: So erfolgte rund die Hälfte aller Neueinstellungen im Jahr 2009 in Betrieben mit weniger als 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, geht aus einer Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. "Kleine Betriebe haben auch in Krisenzeiten ein hohes Einstellungspotenzial. Zudem zeigt die Beobachtung im Zeitverlauf, dass sich die Zahl der Neueinstellungen über verschiedene konjunkturelle Phasen hinweg in den kleinen Betrieben stabiler verhält als in den größeren", so die IAB-Arbeitsmarktforscher.

Insgesamt gab es also im Jahr 2009 hier im Kreis Nordwestmecklenburg 4462 Firmen, die weniger als 50 Beschäftigte hatten. Das entspricht einem Prozentsatz von 98,1. Immer noch zum Mittelstand zählt die nächste Gruppe, bei der jeweils 50 bis 249 Angestellte und Arbeiter in Lohn und Brot stehen. Hiervon wurden hier 80 gezählt. Das entspricht einem Prozentsatz von 1,8. Von den ganz großen, also denen mit 250 und mehr Mitarbeitern, gab’s im Kreis lediglich fünf oder 0,1 Prozent.

Und so verlief hier die Entwicklung seit dem Jahr 2006: Damals gab es 4320 Betriebe, davon hatten 4246 weniger als 50 Beschäftigte. Das entsprach 98,3 Prozent. Im Jahr darauf wurden hier 4436 Firmen gezählt, davon hatten 4358 oder 98,2 Prozent weniger als 50 Mitarbeiter. Im Jahr 2008 waren es dann 4551 Betriebe, von denen 4472 zu den kleinen gerechnet werden können. Das waren 98,3 Prozent. Verändert hat sich also nicht wirklich etwas.

Übrigens: Im Mittelstand ist der Chef häufig eine Frau. Während in den Führungspositionen der großen DAX-Konzerne nur zu 14 Prozent Frauen vertreten sind, sieht die Lage in Firmen mit bis zu 49 Beschäftigten ganz anders aus, berichtet die Deutsche HandwerksZeitung nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Demnach säßen in rund einem Drittel dieser Betriebe Frauen auf dem Chefsessel.

Die Experten des Instituts identifizierten zwei Ursachen dafür, dass es im Mittelstand relativ viele Frauen in Führungspositionen gibt. Zum einen haben Kleinbetriebe häufiger weibliche Inhaber und zum anderen arbeiten Frauen generell viel häufiger in kleinen als in großen Betrieben. Zudem müssen Frauen den Angaben zufolge in kleinen und mittleren Betrieben nicht so viele Hierarchiestufen überwinden, um eine Führungsposition zu erringen.