08.03.2015

Selmsdorf: Volker Hahns fehlerhafter Rücktritt

Aufgelesen (18.10.2006) aktualisiert 8.03.2015

Selmsdorf - Volker Hahn hängt die Kommunalpolitik an den Nagel. Der PDS-Mann bildete gemeinsam mit den Bürgern für Selmsdorf (BfS) eine Fraktion in der Selmsdorfer Gemeindevertretung und war zugleich zweiter Stellvertreter von Bürgermeister Detlef Hitzigrat (BfS). Den LN sagte er, die Familie habe Nachwuchs bekommen, um den er sich kümmern möchte. Außerdem habe er selbst eine neue Arbeit. Zu der gehören auch Nachtschichten, und das bedeute, dass er sich nur noch ungenügend der kommunalpolitischen Arbeit widmen könne. Denn die Sitzungen seien ja abends.

Tatsächlich ist Hahn seit Monaten auf keiner mehr gesichtet worden. Im Amt Schönberger Land liege zwar ein Schreiben von ihm vor, in welchem er auf sein Mandat verzichte. Doch rechtsgültig sei es nicht, teilt Verwaltungschef Frank Lehmann mit. Weil die Unterschrift fehle. Es habe mehrere Exemplare seiner schriftlichen Rücktrittserklärung gegeben, so Hahn.

Eins habe BfS/PDS-Fraktionschef Karl-Heinz Dube bekommen,
ein anderes der Bürgermeister. Letzteres sei nicht unterschrieben, denn er habe im Beisein von
Bürgermeister Detlef Hitzigrat unterzeichnen wollen. Der sei aber nicht da gewesen, deshalb habe er das Schreiben einfach in den Briefkasten geworfen - und dabei die Unterschrift vergessen. Offenbar ist genau dieses Schriftstück beim Amt gelandet.

Pech für Hahn: Weil er offiziell noch Gemeindevertreter, wenn auch nicht anwesend war, wurde auf der jüngsten Sitzung auch über seine Spitzeltätigkeit für die Stasi debattiert. Auf Beschluss der Gemeindevertretung waren alle ihre Mitglieder überprüft worden.

Bürgermeister Detlef Hitzigrat und sein zweiter Stellvertreter Volker Hahn blieben als Spitzel im Raster der Stasi-Unterlagen-Behörde stecken.

Selmsdorf-Agentur: Karl-Heinz Kniep / Quelle: Michael Berndt