23.09.2018

Retter der Meilensteine - Jahrestagung in Gadebusch

Das deutsche Reinheitsgebot – ein Meilenstein in der Geschichte des Bierbrauens. Die erste Sendung in Farbe – ein Meilenstein des Fernsehens. Die Premiere für Trikotwerbung – ein Meilenstein der Fußballgeschichte. Meilensteine gibt es unzählige. Aber was hat es mit Meilensteinen denn nun tatsächlich auf sich? Woher kommt dieser so unendlich strapazierte Begriff? Ein Blick an die Straßenränder im Nordwestkreis schafft Klarheit: Meilensteine sind Denkmale der Verkehrsgeschichte. Die Forschungsgruppe Meilensteine traf sich in Gadebusch zu ihrer Jahrestagung.

„Meilensteine sind die Vorläufer moderner Verkehrszeichen und Wegweiser an unseren Straßen. Im 18. und 19. Jahrhundert waren sie wichtige Orientierungshilfen an Poststraßen und Chausseen. Heute haben sie aber keine verkehrstechnische Bedeutung mehr und dienen nur noch geschichtlichen oder repräsentativen Zwecken“, sagt Olaf Grell. Nach Aussage des Vereinsvorsitzenden sind Meilensteine immer im Gleichschritt mit dem Bau von Chausseen aufgestellt worden. Im heutigen Landkreis Nordwestmecklenburg seien Ganz- und Halbmeilensteine bekannt.

Wer genauer hinsieht, kann einige der aus Granit gefertigten Exemplare noch heute am Straßenrand entdecken. Viele verwittert, andere hinter Leitplanken versteckt, wieder andere mit originalen oder originalgetreu nachempfundenen Gusstafeln mit Entfernungsangaben. Ganz wichtig: Diese Meile hat nichts mit der Seemeile oder dem in den USA oder Großbritannien gebräuchlichen Längenmaß einer Meile gemein. Zur Zeit der Meilensteine war in unserer Region die preußische Meile das gebräuchliche Längenmaß. Olaf Grell: „Und diese preußische Meile war immerhin 7532 Meter lang.“ In entsprechenden Abständen wurden also die Halb- und Ganzmeilensteine gesetzt.

Einer davon steht noch mitten in Gadebusch an der Rehnaer Straße. Doch schon seit geraumer Zeit ohne die dazugehörigen Gusstafeln mit den Kilometerangaben. Ein typischer Fall für die Forschungsgruppe Meilensteine. Die hatte sich im Vorfeld der Jahrestagung um Nachgüsse gekümmert und diese dann vor Ort an dem Halbmeilenstein befestigt.

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Von Holger Glaner, Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung, erstellt am 22. September 2018. Selmsdorf-Agentur: Karl-Heinz Kniep, 23. September 2018. Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook.