05.02.2018

Der Umwelt zuliebe - Kein Streusalz in Selmsdorf!

Verzicht auf Streusalz schont Bäume, Bäche und Grundwasser

Der Winter ist da und mit ihm können in den nächsten Tagen Eis und Schnee kommen. Hausmeister, Hauseigentümer, Anwohner oder private Winterdienstleister benutzen dann unter Umständen Streusalz.

Streusalz (Natriumchlorid) ist das bekannteste Auftaumittel zur Schnee- und Eisglättebekämpfung und schädlich für Bäume, da es den Wasserhaushalt stört, zu vermindertem Wurzelwachstum führt und Nährstoffe verdrängt. Es wird nicht abgebaut, sondern reichert sich je nach Witterungsverlauf langsamer oder schneller im Boden an. Insbesondere die zunehmenden Trockenperioden in den vergangenen Jahren haben zu einem erhöhten Chloridgehalt im Boden geführt, da es weniger gut aus den Böden ausgewaschen wurde.

Chlorid wird von den Bäumen über die Wurzeln aufgenommen und bis in die Blätter transportiert, wodurch es zu Verfärbungen der Blätter, Absterbeerscheinungen am Blattrand, so genannten Nekrosen, vorzeitigem Blattfall und Wachstumsstörungen an den Pflanzen  kommt. Bei empfindlichen Baumarten wie Ahorn, Linde und Rosskastanie führen langfristige Salzbelastungen zu schütteren Kronen und zum langsamen Absterben der Bäume.

Selmsdorf ist mit 512 Straßenbäumen eine außerordentlich grüne Gemeinde. Durchschnittlich stehen an jedem Kilometer-Gemeindestraße 65 Bäume. Straßenbäume prägen also das Erscheinungsbild unserer Gemeinde in einem hohen Ausmaß. Baum bestandene Straßen sind nicht nur schöner und wohnlicher, sondern tragen auch zur Umwelt- und Wohnumfeldverbesserung bei.

Neben den ökologischen, sozio-psychologischen und gestalterischen Effekten sind die ortshygienischen und klimatischen Wirkungen für den gemeindlichen Lebensraum von grundlegender Bedeutung. Allein die Leistungsbilanz eines gesunden Laubbaumes ist beeindruckend: Eine 40-jährige Buche produziert pro Tag 7.000 Liter Sauerstoff, bindet 9.000 Liter Kohlendioxid, verdunstet dabei 400 Liter Wasser und filtert 2 Kilogramm Staub.

„Im Winter besteht die Gefahr, dass unsere Bäume extrem leiden. Streusalz ist eine echte Gefahr für die Straßenbäume. Wer Gehwege von Eis und Schnee durch den Einsatz von Streusalz befreien möchte, nimmt in Kauf, unsere Bäume unwiderruflich krank zu machen. Das Salz reichert sich im Boden und anschließend in den Wurzeln der Bäume an, die Bäume werden nicht mehr ausreichend versorgt und sterben ab. Deshalb appellieren wir an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Selmsdorf: Finger weg vom Salz. Beseitigen Sie Schnee und Eis auf Gehwegen und Grundstücken mit Besen, Schneeschaufel und Hacke, oder bekämpfen Sie Glätte mit Sand, Kies als Streumittel.“

Nach Einschätzung besteht zurzeit in der Gemeinde Selmsdorf zwar noch keine akute Gefahr für die Gesundheit des Straßenbaumbestandes insgesamt, doch können Schäden an den salzempfindlichen Baumarten nicht ausgeschlossen werden. Damit es nicht dazu kommt, müssen unsere Straßenbäume vor negativen Auswirkungen geschützt werden.

Selmsdorf-Agentur, Karl-Heinz Kniep, 05.02.2018. Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook.