Schon im letzten Jahr wollten die Eltern der Grundschule Selmsdorf den Schulhof umgestalten. Mit mehreren Eimern Farbe und viel persönlichem Einsatz wurde zunächst „Soforthilfe“ geleistet und einige Spielfelder uf den Asphalt gemalt, die die Kinder auch eifrig nutzten. Wenn man sich jedoch durch das Internet googelt, sieht man was alles noch möglich ist. Aufgefallen ist den Vorsitzenden der Schulkonferenz Michael Tauchert die Firma „Mut zur Wildnis“ die Projekte zur Erstellung von farbenfrohen, abwechslungs- und lehrreichen Schulhöfen begleitet.
Das Ziel dieser Projekte ist die Umgestaltung und nachhaltige Nutzung des Pausenhofes als ökologischer, sozialer und demokratischer Lebens- und Lernraum, sein Grundprinzip die Partizipation aller Beteiligten. Mit Zustimmung des Schulträgers informierte im Februar in einer öffentlichen Veranstaltung „Mut zur Wildnis“ wie ein solches Projekt gemeinsam mit den Lehrern, Schülern und Eltern von statten gehen kann. Die Kinder bekommen keinen fertigen Schulhof „geliefert“, sondern müssen ihn mit den Lehrern und Eltern erarbeiten. Auch die Eltern bekommen keinen fertigen Schulhof für ihre Kinder – hier ist körperlicher Einsatz gefragt um zum Einen Kosten zu sparen und zum Anderen die Dorfgemeinschaft zu stärken.
Ein paar Stichpunkte eines solchen Projekts: Altersspezifischer Konzeptentwurf durch Schüler und Lehrer
- Durchführung der Zukunftswerkstätten in den einzelnen Klassen durch Lehrkräfte und
Eltern
- Auswertung der Klassenergebnisse und Zusammenfassung in einem Schulergebnis
- Anleitung des Modellbaus in den einzelnen Klassen
- Vorbereitung und Durchführung der öffentlichen Präsentation.
Auch die Pflege und der Erhalt des neuen Schulhofes ist Gegenstand des Projekts. Mehr Informationen finden Sie unter
www.mutzurwildnis.de.
Natürlich stellt sich die Frage nach den Kosten für eine solche Umgestaltung. Das Ausmaß und die Durchführung einer Umgestaltung bestimmt letztendlich der Schulträger also die Gemeindevertretung. Es gibt Schulhöfe, die haben auch aufgrund der starken Elternbeteiligung und durch das Sponsoring der ausführenden örtlichen Firmen einen Bruchteil von dem gekostet wie ein Schulhof mit künstlichem Wasserlauf in Berlin für fast 500.000 EUR. Wichtig ist auch der Gedanke, dass wenn der Schulhof mit dazu beiträgt, den Schulstandort Selmsdorf zu sichern, der Gemeinde viel weniger Kosten durch den Schullastenausgleich (Zahlung von ca. 1.700 Euro pro Jahr für jeden Schüler für die Schule die unsere Selmsdorfer Kinder beschult) entstehen.
Eine von der Schulkonferenz durchgeführte Befragung bei den Kindern der Schule undderen Eltern hat ergeben, dass 95% der Kinder (natürlich) und gut 80% der Eltern,die sich an der Umfrage beteiligt haben, eine Schulhofumgestaltung wünschen.Davon würden 85% aktiv helfen wollen.
Selmsdorf-Agentur: Karl-Heinz Kniep / Quelle: M. Tauchert (BfS), SELMSDorfzeitung, 5. Ausgabe, Juli 2011