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21.07.2007

Hornviehseuche machte Bauern zu schaffen

Das Dorf ist erstmalig 1285 in einer Urkunde erwähnt, die in der Martensmühle ausgestellt wurde. Diese lag nördlich des Dorfes in einer Niederung, die heute noch von einem Bach durchflossen wird, der einst zu einem Mühlenteich aufgestaut war.

In allen Kriegen, die über das Land zogen, hat Sülsdorf schwer zu leiden gehabt. Doch nicht nur Kriege und Kriegsfolgen machten den Bauern zu schaffen. Ab 1745 herrschte vor allem im Norden des früheren Fürstentums Ratzeburg eine Hornviehseuche. Strenge Hygienevorschriften, Verbote von Kauf und Verkauf von Tieren, Fellen und Butter, Abriegelung der Dörfer bei Ausbruch der Seuche und Verbote von Viehmärkten konnten nicht verhindern, dass die Seuche 40 Jahre lang im Land grassierte.

Vor etwa 100 Jahren begann Sülsdorf, über seine alten Grenzen hinauszuwachsen. Einige hundert Meter vom Ortskern entfernt entstand nördlich der heutigen B 105 im Jahr 1908 die Molkerei. 1915 wurde unweit der Molkerei die neue Schule errichtet. Beide sind längst zu Wohnhäusern geworden. Zwischen dem alten Ortskern und der B 105 wurde eine große Milchviehanlage gebaut, die nach der Wende privatisiert wurde.

Sülsdorf gehörte zum Sperrgebiet der DDR. Einige Bauern wurden zwangsausgesiedelt, andere flohen. Nur einer, Heinrich Klatt, kam in sein Heimatdorf zurück.