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24.05.2008

Abschied unterm Leiterkreuz

Von: Quelle: LN

Das war ein richtiges Feuerwehrfest – und das, obwohl es in Teschow gar keine Feuerwehr mehr gibt.

Acht Wehren waren mit einem knappen Dutzend Fahrzeugen zu diesem Dorffest gekommen. Der Lübecker Notfallseelsorger Kai Gusek fand denn auch die richtigen Worte für dieses Ereignis: „Ein Freudenfest und ein Abschiedsfest“ nannte er es und selbstverständlich ließ er es sich auch nicht nehmen, die Mitglieder des Traditionsvereines Teschow und Umgebung mit „meine Kameraden“ anzusprechen. Der Verein ist ja nicht anderes als die frühere Wehr.

„Wir wollen Abschied nehmen nach 59 Jahren Feuerwehr“, sagte Gusek, „aber wir wollen nicht, dass dies alles sang- und klanglos aufhört.“ Für den Klang unterm strahlend blauen Himmel sorgte der Fanfarenzug Lüdersdorf. Gusek und Gemeindepastorin Monika Prien sprachen und beteten unter einem aus Feuerwehrleitern improvisierten Kreuz. Gusek fragte, wie es so weit kommen konnte, dass eine Wehr einfach aufgelöst werden konnte: „Wer hatte da mit wem noch eine Rechnung offen?“ Den Ex-Feuerwehrleuten wünschte er, „dass euch die Wut im Bauch nicht allzu lange bitter macht“.

Bei der Fahrzeugschau am Nachmittag zu Folkmusik war neben viel moderner Feuerwehrtechnik auf viel Altmetall zu sehen – wunderbare Traktoren des Agrar-Oldtimerclubs Klützer Winkel, die alte Herrnburger Drehleiter und die Schrottlauben der Stock-Car-Racer Flying Bulls. Abends gab’s Tanz. Das Fest endet heute um 12 Uhr mit einem Ringreiten.