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29.01.2015

Wer Wind sät, wird Sturm ernten

Trauer und Entsetzen wegen der Mordtaten gegen die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ -  aber…

Beim „Marche Republicaine“ am 11. Januar 2015 in den Straßen von Paris (von links) Premierminister Benjamin Netanyahu - Israel, Präsident Ibrahim Boubacar Keita – Mali, Präsident  François Hollande - Frankreich, Kanzlerin Angela Merkel - Deutschland, Präsident des „Europäischen Rates“ Donald Tusk und Präsident Mamoud Abbas  Palästina  - Wie wir inzwischen wissen, ist das obige Foto gestellt, die richtigen Fotos finden Sie unter: "Fotos der Paris-Demonstration sind eine Farce"

Quelle: rt.com

Der Schrecken hat in Paris Einzug gehalten: Zwölf Menschen wurden am 7. Januar 2015 in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ermordet, darunter vier Zeichner und zwei Polizisten, vorgeblich, weil Mohammed Karrikaturen sie in ihren religiösen Gefühlen verletzt hätten. Die beiden mutmaßlichen Attentäter, die Brüder Cherif und Said Kouachi, wurden von der französischen Polizei gestellt und erschossen. Zur gleichen Zeit kam es in einem Pariser Supermarkt für koschere Lebensmittel zu einer Geiselnahme. Dabei tötete der mutmaßliche Geiselnehmer, Amedy Coulibaly,  vier Geiseln, bevor er im Kugelhagel der Polizei starb.

Trauer und Entsetzen

Grenzenlose Trauer und lähmendes Entsetzen ließ uns zunächst verstummen und führte dann zu einer machtvollen Demonstration der Solidarität mit den Opfern beim „Marche de Republicaine“ am 11. Januar in Paris. Mit der Parole „Je suis Charlie!“ („Ich bin Charlie!“) gingen über zwei Millionen Menschen für Demokratie und Pressefreiheit auf die Straße und zeigten der Welt, dass sie nicht bereit waren, sich durch mörderische Attentate einschüchtern zu lassen. Für einen langen Tag war Europa vereint in Trauer und Schmerz und bekannte sich zu den Werten der französischen Revolution: Liberté, Égalité, Fraternité.

Das ist das Eine.
Doch trotz aller Emotionen dürfen wir uns nicht den Blick für die politischen Hintergründe dieser schrecklichen Taten verstellen lassen.

Der Krieg kommt nach Europa zurück

In der ersten Reihe des „Marche Republicaine“ können wir die wirklichen Kriegstreiber erkennen, die schon oft Krokodilstränen über die eigenen Opfer vergossen haben, jedoch keine Scheu hatten, ganze Länder in Schutt und Asche zu legen und Abertausende Tote und Verstümmelte in Kauf genommen haben. So hat der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu noch im letzten Jahr seine Armee das palästinensische Gaza-Stadt in Grund und Boden bomben [2] lassen, wobei über zweitausend zivile Opfer zu beklagen waren. Und Frankreichs Präsident François Hollande im Verein mit seinem Vasallen-Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita aus Mali [3] haben keinerlei Skrupel das afrikanische Land im Interesse französischer und angloamerikanischer Konzerne von angeblichen Terroristen zu säubern. Unser scheinheilige christsoziale Bundeskanzlerin Angela Merkel leistet ihnen dabei auch noch mit einem Kontingent der Bundeswehr militärisch-logistische Schützenhilfe. Dazu passt, dass die Militärs, die den malischen Präsidenten Keita an die Macht geputscht und die Franzosen um Hilfe gebeten haben, bei der US-amerikanischen „Africom“ in Stuttgart ausgebildet wurden.

Von dem Gemetzel in Mali und der ebenfalls von der französischen Armee militärisch „befriedeten“ Zentralafrikanischen Republik oder dem vom Westen unterstützten Schurkenstaat Nigeria [4] sehen wir allerdings keine Bilder in unseren sich so demokratisch gebärdenden Mainstreammedien, die sich jetzt in gemeinsamer Bigotterie für unsere Pressefreiheit einsetzen, obwohl sie sich schon längst selbst gleichgeschaltet haben und uns gezielt Informationen vorenthalten, die uns in die Lage versetzen würden, die politische Kaste an deren eigenen Maßstäben zu messen.
Es könnte doch durchaus sein, dass sich Muslime in Afrika oder auch in unseren Ländern aufgerufen fühlen, den Krieg dahin zurückzubringen, woher er gekommen ist: nach Europa. Aus der Perspektive vieler Muslime oder Afrikaner sind nämlich die eigentlichen Terroristen nicht die, die vom Westen so genannt werden, sondern deren Interventionstruppen.
Schließlich haben europäische Staaten, allen voran Frankreich und England in Zusammenarbeit mit den USA Libyen, den Irak und Syrien [5] angegriffen oder mit Hilfe des „Islamischen Staates“ (IS) destabilisiert. Jetzt werden die Kurden auch von Deutschland massiv mit Rüstungsgütern ausgestattet, die vielleicht schon morgen gegen die Türkei [6] oder - wenn es ganz heftig kommt - gegen deutsche Soldaten eingesetzt werden, die sich an vermeintlichen Friedensmissionen beteiligen.  In Wirklichkeit handelt es sich dabei um „Out-of-Area-Operationen“ zur Absicherung unserer Export- und Rohstoffinteressen. Unser Oberkriegstreiber Joachim Gauck hat dies ja bereits „in seiner freundlich frömmelnden Gewaltbereitschaft“ (Stefan Gärtner/Titanic) überdeutlich zum Ausdruck gebracht. Und die Pläne dazu will unsere sich ebenfalls christlich-bigott gebende Kriegsministerien Ursula von der Leyen mit unserer Bundeswehr offenbar nur allzu gerne in die Tat umsetzen.
So gesehen ist es fast ein Wunder, dass der Krieg bisher nicht nach Deutschland gedrungen ist und es hierzulande noch nicht einmal nennenswerte Attentate gegeben hat. Aber vielleicht sind wir ja bald die Nächsten auf der Abschussliste.

In Belgien geht es ja schon richtig zur Sache. Dort wurden mutmaßlich zurückgekehrte IS-Kämpfer gestellt und erschossen. Auch hier das gleiche Muster wie in Frankreich. Weil Tote nicht reden können, wird es auch keine Prozesse geben, in denen die Hintergründe der mutmaßlichen Täter aufklären könnte. Doch die Bürger werden unter Spannung gehalten und in Angst versetzt, damit sie in ihrer Hiflosigkeit einschränkenden Gesetzen und massiven Überwachungsmaßnahmen zustimmen. Und das allerorten aufkommende Wortgeklimper á la "Nein, wir haben nichts gegen Muslime, wir trennen nur die bösen von den guten Muslimen!" als Beweis unserer Liberalität versteckt kaum, dass wir uns bereits mitten im Krieg befinden, den ja schon Ex-US-Präsident George W. Bush intendiert hat als er von einem "Kreuzzug" sprach und nur noch Freunde oder Feinde erkennen wollte.

Wenn der Westen endlich seine Interventionspolitik in Afrika einstellen und nicht mehr einseitig willfährige Diktatoren unterstützen würde, sondern auch die Opposition in deren Ländern in Gespräche einbeziehen würde, könnte endlich von einer ensthaften Friedenspolitik gesprochen werden. Dann müsste der Westen aber auch bereit sein, faire Preise für die Rohstoffe dieser Länder zu bezahlen, damit auf Dauer eine Partnerschaft auf Augenhöhe entstehen könnte. Leider sieht es allerdings so aus, dass die westliche Politik auf Konfrontation setzt und lieber ihre eigene Bevölkerung gefährdet, als friedensstiftende Initiativen auf den Weg zu bringen. Wenn die Menschen in Europa nicht anfangen, ihren zynischen Politik-, Wirtschafts- und Militär- und Medieneliten in den Arm zu fallen, schauen wir düsteren Zeiten entgegen.

Und wenn die Attentäter von Paris nur ferngelenkte, fanatisierte Erfüllungsgehilfen wären?

Was wissen wir eigentlich von den drei mutmaßlichen Attentätern von Paris? Ja, sie waren offensichtlich Muslime. Und ja, einer von ihnen hat sich wohl in einem Bekennervideo geoutet:

Dazu kommt, dass der „Islamische Staat“, den die US-Amerikaner ursprünglich installiert haben, um Syrien zu destabilisieren, angeblich seine Solidarität mit den Attentätern erklärt hat. Und nun? Werden wir jemals erfahren, wer die Attentäter wirklich waren? Wohl kaum, denn sie sind ja erschossen worden.
Und da alle westlichen Geheimdienste und Kriminalämter seit Jahren mit den amerikanischen Diensten zusammenarbeiten, können wir diesen nicht mehr trauen. Es ist schrecklich, aber sie alle sind der Konspiration gegen das eigene Volk verdächtig und es steht zu vermuten, dass sie eher ihre Akten fälschen werden, als uns korrekte Informationen zu liefern.
Schon taucht wie aus dem Nichts der Personalausweis eines Attentäters auf, den dieser, ähnlich wie bei 9/11, in einem Taxi verloren haben soll. Und Jean-Claude Juncker, der Präsident der "Europäischen Kommission", der in seinem Heimatland Luxemburg in den seit 2013 laufenden und von den westlichen Leitmedien weitgehend unbeachteten „Gladio-Prozess“ verwickelt zu sein scheint, marschiert in Paris in der ersten Reihe des „Marche Republicaine“ munter mit und heuchelt Betroffenheit.
Und wer angesichts der schrecklichen Verbrechen noch „Cui bono?“ fragt, muss nicht nur damit rechnen, als tumber Verschwörungstheoretiker bezeichnet zu werden, sondern womöglich sogar als Vaterlandsverräter. Und was ist von den aktuell geplanten Überwachungsmaßnahmen zu halten? Vorratsdatenspeicherung, die der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) durchsetzen will, oder der mögliche Entzug des Personalausweises, was unser Innenminister Thomas de Maiziére (CDU) im Verein mit seinem Kollegen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erwirken möchte, sollen die Sicherheitsgesetze, die mit Blick auf 9/11 bereits seit Januar 2002 existieren, noch ein wenig abrunden. Dann kann Heribert Prantl, unser liberaler Strafrechtsexperte von der Süddeutschen Zeitung (SZ), weiter daherschwurbeln und braucht nur noch § 89 c neu STGB (Terrorfinanzierung) und § 89 a Abs. 2 Nr. 4 STGB (Reisen zur Beteiligung an Terrorakten) zu erwähnen. Irrwitzigerweise müssten unter diese Paragrafen wohl auch die Aktivitäten der Bundesregierung fallen, die zum Beispiel die Kurden aufrüstet und die Bundeswehr nach Mali reisen lässt, um dort die Bevölkerung zu terrorisieren. Sie meinen, das wäre wohl ein bisschen übertrieben, werter Leser? Aber nicht doch, denn da haben wir ja noch das ganze Instrumentarium eines perfekten Überwachungsstaates, der seinen Bürgern grundsätzlich  misstraut. Außerdem haben wir haben ja noch die Notstandsgesetze und die kürzlich erfolgte Genehmigung des Bundesverfassungsgerichts des Einsatze Einsatz der Bundeswehr im Innern [7] sowie das hochkomplexe Maut-System, mit dem sich dann Bewegungsmuster über jeden Autofahrer erstellen ließen. Und nicht zu vergessen, die alliierten Vorbehaltsrechte über die Tätigkeit ihrer Geheimdienste auf deutschem Boden sowie deren Zusammenarbeit [8] mit den deutschen Geheimdiensten und dem Bundeskriminalamt, die machen können, was sie wollen, weil sie nicht kontrollierbar sind und notfalls ihre Akten vernichten würden. Und deren V-Männer werden geschützt und liefern Waffen an Terroristen, wie bei der „Baader-Meinhof-Gruppe“ oder wie eben bei „Gladio“ oder dem Oktoberfest-Attentat [9]. Dann fehlt nur noch der willfährige Propagandajournalismus eines Julian Reichelt von Bild, der uns den Überwachungsstaat schmackhaft machen will:

bild.de. Warum wir die Überwachung der NSA gegen den Terror brauchen [10]

Jan Fleischhauer von Spiegel Online lässt die Katze aus dem Sack:

spiegel.de: Jan Fleischhauer fordert Ausweitung der Telefonüberwachung [11]

Und auch Reinhard Müller von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) bläst ins gleiche Horn:

faz.net: Terror: Gegenpropaganda [12]

Bei all dem Gewinsel der sogenannten deutschen Qualitätszeitungen lassen sich natürlich auch Giovanni di Lorenzo und Bernd Ulrich, die selbst ernannten Freiheitskämpfer von der "Zeit" nicht lumpen, und mahnen bei der EU an, sie möge den Passagierdatenaustausch zwischen Europa und den USA nicht länger blockieren. Außerdem fordern sie die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass beispielsweise „Hassprediger“ schneller als bisher als unerwünschte Personen aus Deutschland abgeschoben werden können. Wobei die feinen Herren aus Hamburg allerdings offenlassen, wer denn bestimmen soll beziehungsweise an welchen Maßstäben gemessen werden soll, was ein "Hassprediger" überhaupt ist. Einmal ganz davon abgesehen, dass es bisher ziemlich unüblich war, dass sich ausgerechnet die journalistischen Schleimbeutel der Nation mit Blick auf die jeweils agierende Politikerkaste als Freiheitskämpfer gerieren. Dass es diesen Figuren dabei nicht die Schamesröte ins Gesicht treibt, liegt vermutlich daran, dass sie kaum noch Kontakt zu ihrer Gott sei Dank dahinschwindenden Leserschaft haben.

http://www.zeit.de/2015/03/warum-soll-ich-das-lesen-03 [13]

Politikganoven, Medienhuren und Sprachwissenschaftler vereint gegen die freiheitliche Demokratie und die Bürger - ein Schelm, der Böses dabei denkt. Es gibt jedoch keine Pressekampagne der „Lügenpresse“, um einmal des sogenannte Unwort des Jahres zu nrnnen, das von einer vermeintlich unabhängigen Jury jährlich ausgewählt wird, wohl auch damit mutige Journalisten im Internet bereits mittels der Deutungshoheit des Mainstreams diskreditiert werden können, wenn sie das Wort  nur verwenden. Deshalb an dieser Stelle: Lügenpresse, Lügenpresse, Lügenpresse etc.
Willkommen in der schönen neuen Welt der westlichen Demokratie!

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des Autors - Willibald Wolf