Missbrauch, Gewalt, Mobbing


Sexueller Missbrauch/Sexuelle Gewalt

Es handelt sich um sexuelle Gewalt, wenn jemand eine sexuelle Aktivität mit Dir gegen Deinen Willen durchführt. Betroffen sind vor allem Mädchen jeglichen Alters, aber auch Jungen können Opfer einer solchen Tat werden. Sexueller Missbrauch geht oft mit Geheimhaltung einher und führt zu einer Abwertung oder Erniedrigung des Opfers. Er wird vom Täter genutzt, um seine eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen und oft auch, um seine Bedürfnisse nach Macht, Anerkennung oder Nähe auszuleben. Dabei besteht ein Machtgefälle zwischen dem Täter und dem Opfer.Um sexuellen Missbrauch handelt es sich dann, wenn sexuelle Handlungen an sich selbst oder einer anderen Person gegen den eigenen Willen veranlasst werden, wie beispielsweise:

• Du wirst gegen Deinen Willen an Brust, Scheide, Penis oder Po angefasst.
• Du musst jemanden an diesen Stellen anfassen.
• Jemand dringt mit seinem Penis oder Finger in Deinen Mund, Scheide oder Po
   ein. In diesem Fall spricht man von Vergewaltigung.
• Du wirst dazu gezwungen Dir Pornos anzuschauen, oder pornographische
   Bilder oder Filme von Dir machen zu lassen.

Die Täter können beiderlei Geschlechts sein und kommen in vielen Fällen aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis der Opfer.

Du fühlst Dich vielleicht schuldig, weil Du Geschenke angenommen hast oder denkst Du hast den Täter vielleicht provoziert. Egal was Du getan hast, Du kannst nichts dafür! Die Verantwortung und damit auch die Schuld liegt bei den Tätern, sie haben kein Recht Dir so etwas anzutun!

Was kannst du tun?

Wenn Du sexuelle Gewalt erlebt hast, darfst und solltest Du darüber sprechen, damit diese beendet werden kann! Das erfordert viel Mut und Überwindung und ist auch sicher nicht ganz einfach, aber es hilft, damit es Dir wieder besser geht.

- Such Dir eine Vertrauensperson, die Dir zuhört, hilft und Dich begleitet. Das
können beispielsweise Freunde, Eltern, Verwandte oder der Vertrauenslehrer  in Deiner Schule sein.
- Wende Dich an eine Beratungsstelle, denn dort arbeiten Menschen, die sich mit solchen Situationen auskennen.
- Hilfe findest Du auch beim Kinder- und Jugendnotdienst 24 Stunden am Tag, in sämtlichen Jugendeinrichtungen (wie Streetworkerbüros oder Jugendhäuser) oder in jeder Polizeidienststelle.
- Willst Du lieber erst einmal anonym mit jemandem darüber reden, dann kannst Du auch die "Nummer gegen Kummer" vom Kinder- und Jugendtelefon nutzen. Dort erreichst Du Montag – Freitag von 15-19 Uhr jemanden der Dir zuhört.
- Wenn Du danach Schmerzen hast oder Dich sehr unwohl fühlst, ist es empfehlenswert einen Arzt (bspw. eine Frauenärztin) aufzusuchen und Dich untersuchen zu lassen.
- Du hast das Recht den Täter anzuzeigen.
Wenn Du einen solchen Schritt in Erwägung ziehst, ist es ratsam erst einmal mit einem Berater aus einer Beratungsstelle oder einer Vertrauensperson darüber zu sprechen. Du solltest wissen, dass eine einmal erstattete Anzeige nicht mehr zurückgenommen werden kann, denn ein einmal eingeleitetes Ermittlungs- oder darauf folgendes Strafverfahren darf selbst auf Wunsch des Opfers nicht beendet werden. 

Wie so ein Strafverfahren dann abläuft, erfährst Du >hier<.

Gewalt

Gewalt im häuslichen Umfeld ist ein weltweites Problem und die häufigste Form von Gewalt gegen Frauen.

Sie existiert aber auch in unserer nächsten Umgebung und ist immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft. Und gerade weil ein Großteil dieser Gewalttaten im privaten Bereich, im Verborgenen stattfindet, ist es für die Betroffenen oft sehr schwer, ihrer bedrückenden Realität zu entfliehen. In Deutschland ist jede vierte Frau von Häuslicher Gewalt betroffen.

Meistens sind es Frauen, die in der Ehe oder ihrer Beziehung Opfer von Gewaltausbrüchen des Partners werden. Sehr schnell stehen die Geschädigten vor einem Berg riesiger Probleme, nicht nur, wenn auch Kinder von der Gewalt betroffen sind.

Für Frauen, die einen Ausweg aus ihrer schweren Situation suchen, ist das Frauenschutzhaus ........... eine erste Anlaufstelle. Hier finden Betroffene bereits seit 1993 mit ihren Kindern einen Ort, der ihnen Schutz, Verständnis und Unterstützung bietet.

Betroffenen Frauen wird im Frauenschutzhaus ........... dabei geholfen,

  • persönliche und rechtliche Probleme zu lösen, 
  • Ämter und Behörden aufzusuchen und
  • ihre Kinder in Kindergärten und Schulen unterzubringen.

Für viele war das ......... Frauenschutzhaus lange die einzige Möglichkeit, um der konfliktreichen Situation zu entkommen. Doch längst hat auch die Polizei mehr Möglichkeiten, indem sie etwa dem Agressor für eine Woche den Zugang in die eigene Wohnung verbieten kann. In dieser Zeit müssen sich die Opfer darüber klar werden, wie ihr Leben weiter gehen soll.

Mädchenzuflucht: 

Die Mädchenzuflucht ......... ist eine Kriseninterventionseinrichtung der Jugendhilfe (§42 SGB VIII Kinder- und Jugendhilfe: Inobhutnahme) für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12-21 Jahren. Insbesondere wenn Du psychische, physische oder sexualisierte Gewalt und familiäre Krisen erlebt hast, findest Du hier Beratung und vorübergehend eine anonyme Unterkunft und Betreuung, bis Deine weitere Perspektive geklärt ist.

Die Bearbeitung der Krisensituation und das Finden einer Lösung erfolgt einzelfallbezogen und benötigt daher einen individuellen Zeitrahmen. Dabei sollte die Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreiten. Die Aufnahme in die Zuflucht erfolgt unbürokratisch, (d.h. Du musst dafür keinen Antrag stellen) und auf eigenen Wunsch der Betroffenen. Die Bitte um Aufnahme und die eigene Einschätzung sich in einer Krisensituation zu befinden und Hilfe zu benötigen, ist dabei ausreichend.

Nach dem ersten Kontakt am Krisentelefon erfolgt eine Beratung außerhalb der Zuflucht zur Klärung der Situation. Die Hilfesuchende und die Zufluchtsmitarbeiterin besprechen dabei die Krisensituation und fällen die Entscheidung zur Aufnahme in die Einrichtung.