Kinderrechtskonvention verständlich


Bestimmungen der Kinderrechtskonvention

Auch wenn es Kindern und Jugendlichen in Deutschland viel besser geht als Kindern in Ländern der dritten Welt, gibt es auch bei uns noch viele Bestimmungen der Kinderrechtskonvention, die von den Erwachsenen mehr Beachtung finden solten. Hier findet Ihr eine Auswahl von wichtigen Bestimmungen. In Kürze werden wir auch die anderen Artikel aus der Kinderrechtskonevntion hier noch darstellen.

Alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre sollen durch das Übereinkommen geschützt werden. Alle Kinder sind gleich und haben gleiche Rechte, ganz gleich aus welchem Land ihre Eltern stammen. Kein Kind darf benachteiligt werden, weil es eine andere Hautfarbe hat als andere Kinder oder weil es ein Mädchen und nicht ein Junge ist.

Nachfolgend findest Du jeweils links den Wortlaut der Artikel aus der Kinderrechtskonvention und rechts eine Übersetzung in eine Sprache, die für Kinder und Jugendliche (hoffentlich) leichter zu verstehen ist. Wir haben uns dabei auf eine Auswahl von Artikeln beschränkt, die hierzulande die größere Bedeutung haben.

Auch der JugenInfoService Selmsdorf unterstützt Dich wie viele andere Vereine und Institutionen in unserer Gemeinde bei der Verwirklichung dieser Rechte. Du kannst Dich gern jederzeit an uns wenden, wenn Du Fragen zu den Kinderrechten hast. In Problemsitutionen stehen wir mit unserer >anonymen Online-Beratung< oder auch telefonisch oder persönlich gern zur Verfügung >(zu den Kontaktdaten )<.

Artikel im Wortlaut und Erklärung

Artikel 3.1
Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.

Erklärung:
Bei allen Entscheidungen soll zuerst an das Wohl der Kinder gedacht werden, vor allem wenn es um Angelegenheiten von Kindern geht.
Wenn zum Beispiel neue Häuser gebaut werden, sollten für die Kinder auch Spielplätze eingerichtet werden. Für jedes Kind sollte es einen Platz in einem Kindergarten geben (ist in Deutschland für Kinder ab 3 Jahren gesetzlich vorgeschrieben). Straßen müssen so angelegt sein, dass die Kinder auf ihnen sicher zur Schule gehen können. An den Schulen sollten so viele Lehrer unterrichten, dass keine Stunden ausfallen müssen. Mit der sozialen Fürsorge sind ärztliche Betreuung und Unterstützung durch soziale Dienste gemeint; dort sollten alle Kinder einen freien Zugang haben, damit sie gesund und ohne Probleme aufwachsen können bzw. Unterstützung erhalten, wenn sie Probleme haben sollten.

Artikel 19.1
Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.

Erklärung:
Es gibt Kinder, die werden von ihren Eltern vernachlässigt, misshandelt und gequält. Es kommt sogar vor, dass Kinder sexuell missbraucht werden. Solche Kinder müssen geschützt werden. Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen müssen geeignete Bedingungen geschaffen werden, die drohende Schäden von den jungen Menschen abwenden helfen. So können sich Kinder und Jugendliche im Falle einer Bedrohung oder Gewaltanwendung jederzeit an Beratungsstellen oder die Polizei wenden, die dann zur Unterstützung verpflichtet sind. So gibt es in vielen Städten einen „Kinder- und Jugendnotdienst“, der Kinder und Jugendliche aufnimmt, wenn sie in Probleme geraten sind und ihnen zur Bewältigung der Probleme Berater vermittelt.

Artikel 20.1
Ein Kind, das vorübergehend oder dauernd aus seiner familiären Umgebung herausgelöst wird oder dem der Verbleib in dieser Umgebung im eigenen Interesse nicht gestattet werden kann, hat Anspruch auf den besonderen Schutz und Beistand des Staates.

Erklärung:
Wenn ein Kind aber zu große Angst vor seinen Eltern hat, kann es zu einer Beratungsstelle gehen und um Schutz und Hilfe ersuchen. In besonders schweren Fällen kann dann das Jugendamt das Kind in seine Obhut nehmen. Oder das Gericht entscheidet, dass das Kind von seinen Eltern getrennt wird und bei einer Pflegefamilie untergebracht wird.

Artikel 31.1
Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.
Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.

Erklärung:
Kinder wollen spielen. Die Städte und Gemeinden müssen dafür sorgen, dass genügend Spielplätze und Freizeiteinrichtungen gebaut werden.
Kinder wollen Musik hören, Musik machen, Filme sehen, Filme machen, ins Theater gehen und vieles andere mehr. Die Städte und Gemeinden müssen dafür sorgen, dass sich Kinder und Jugendliche an einem vielfältigen und interessanten Kulturprogramm beteiligen können. Ein Theater ist nicht nur für Erwachsene da, es sollte auch Stücke inszenieren, die für Kinder und Jugendliche geeignet sind.

Artikel 16.1
Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung oder seinen Schriftverkehr oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden.

Artikel 16.2
Das Kind hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Erklärung:
Wie die Erwachsenen haben auch Kinder das Recht auf ein Privatleben.
Niemand darf heimlich in den Sachen eines Kindes stöbern, seine Tagebücher oder Briefe lesen. Niemand darf einem Kind Schlechtes nachsagen. Auch Ruf und Ehre der Kinder werden vom Übereinkommen geschützt. Bei Verletzung dieses Rechtes können sich Kinder und Jugendliche an die Polizei wenden.

Artikel 17
Die Vertragsstaaten erkennen die wichtige Rolle der Massenmedien an und stellen sicher, dass das Kind Zugang hat zu Informationen und Material aus einer Vielfalt nationaler und internationaler Quellen, insbesondere derjenigen, welche die Förderung seines sozialen, seelischen und sittlichen Wohlergehens sowie seiner körperlichen und geistigen Gesundheit zum Ziel haben. Zu diesem Zweck werden die Vertragsstaaten  die Massenmedien ermutigen, Informationen und Material zu verbreiten, die für das Kind von sozialem und kulturellem Nutzen sind und dem Geist des Artikels 29 entsprechen;

Erklärung:
Kinder sind neugierig. Sie wollen erfahren, was in der Welt los ist.
Besonders wichtig sind dabei für die Kinder Zeitungen und Zeitschriften, der Hörfunk und das Fernsehen. Diese Medien haben einen großen Einfluss darauf, welche Meinung sich Kinder bilden über all das, was in der Welt passiert. Deshalb sollen die Regierungen alles dafür tun, dass die Medien nicht nur auf die Interessen der Erwachsenen eingehen, sondern auch Rücksicht darauf nehmen, was für Kinder interessant und wichtig ist.