Kindergeld


Kindergeld

Nach dem Einkommenssteuergesetz (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/estg) erhält Kindergeld, wer

  • in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat oder
  • im Ausland wohnt, aber in Deutschland entweder unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist oder entsprechend behandelt wird.

Ausländer haben grundsätzlich nur Anspruch auf Kindergeld, wenn sie im Besitz einer Aufenthaltsberechtigung oder einer Aufenthaltserlaubnis sind.

Kindergeld wird grundsätzlich nur für solche Kinder gezahlt, die einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem Staat haben, der dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum beigetreten ist. Aufgrund zwischenstaatlicher Abkommen wird auch für Kinder, die in der Schweiz, in der Türkei,  im ehemaligen Jugoslawien, in Marokko oder in Tunesien leben, Kindergeld in der im Abkommen jeweils festgelegten Höhe gezahlt.

Als Kinder werden berücksichtigt:

- im ersten Grad mit dem Antragsteller verwandte Kinder (eheliche, für ehelich erklärte, nichteheliche und adoptierte Kinder),
- Kinder der Ehegatten (Stiefkinder), die der Antragsteller in seinen Haushalt aufgenommen hat,
- Enkelkinder, die der Antragsteller in seinem Haushalt aufgenommen hat sowie
- Pflegekinder, mit denen der Antragsteller durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie in seinen Haushalt aufgenommen hat und zu einem nicht unwesentlichen Teil auf seine Kosten unterhält. Weitere Voraussetzung ist, dass das Obhut- und Pflegeverhältnis zu den leiblichen Eltern nicht mehr besteht.

Für ein Kind, das bereits das 18. Lebensjahr vollendet hat, wird Kindergeld unter folgenden Voraussetzungen weiterhin gezahlt:

-bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, wenn das Kind arbeitslos ist und der Arbeitsvermittlung im Inland zur Verfügung steht.

- bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn sich das Kind noch in Schul- oder Berufsschulausbildung oder noch im Studium befindet.

Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitte von höchstens vier Monaten befindet, ein Beginn bzw. eine Fortsetzung der Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht möglich ist oder das Kind ein Freiwilliges Jahr leistet. Die Altersgrenze erhöht sich, wenn das Kind den gesetzlichen Grundwehrdienst, Zivildienst oder eine gleichgestellte Tätigkeit (z. B. im Polizeivollzugsdienst oder als Entwicklungshelfer) geleistet hat.

Wichtige Änderungen ab 2007:

Kindergeld für ein über 18 Jahre altes Kind kann ab Januar 2007 grundsätzlich längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres weitergezahlt werden. Dies gilt erstmalig für nach dem 31.12.1982 geborene Kinder.

Darüber hinaus gelten folgende Übergangsregelungen:
Kinder, die im Jahr 2006 das 26. oder 25. Lebensjahr vollendet haben (betrifft die Geburtsjahrgänge 1980/81), werden kindergeldrechtlich bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres berücksichtigt. Noch bis zum 26. Lebensjahr werden solche Kinder berücksichtigt, die im Jahr 2006 das 24. Lebensjahr vollendeten (Geburtsjahr 1982).

Für ein behindertes Kind kann Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus ohne altersmäßige Grenze gezahlt werden. Voraussetzung ist, dass die Behinderung schon vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist. Tritt die Behinderung ab Januar 2007 nach Vollendung des 25. Lebensjahres ein, kann eine Berücksichtigung als behindertes Kind nicht mehr erfolgen.

Für behinderte Kinder, deren Behinderung vor dem 01. Januar 2007 in der Zeit ab der Vollendung des 25. Lebensjahres und vor Vollendung des 27. Lebensjahres eingetreten ist, gilt eine Übergangsregelung. Demnach ist für diese Kinder die bisherige Altersgrenze von 27 Jahren ausschlaggebend.

Einkünfte und Bezüge des Kindes (z.B. Ausbildungsvergütungen, Einnahmen aus einer in den Schul- und Semesterferien ausgeübten Erwerbstätigkeit) dürfen im Kalenderjahr 7.680 Euro nicht überschreiten.

Ohne Altersbegrenzung wird Kindergeld für Kinder gezahlt, die wegen körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten.

Das Kindergeld beträgt seit dem 1. Januar 2002 für das erste bis dritte Kind jeweils 154 EUR, für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 179 EUR monatlich.

Für ein und dasselbe Kind kann immer nur eine Person Kindergeld erhalten. Es wird dem Elternteil gezahlt, der das Kind in seinen Haushalt aufgenommen hat. Lebt das Kind nicht im Haushalt eines Elternteils, so erhält derjenige Elternteil das Kindergeld, der dem Kind den höheren Barunterhalt zahlt. Eltern, die nicht dauernd getrennt leben, können untereinander festlegen, wer von ihnen das Kindergeld für ihre Kinder erhalten soll.