Internationale Jugendarbeit


Internationale Jugendarbeit ist im Sozialgesetzbuch VIII, §11 i. V. m. §§ 12, 13 und 14 gesetzlich verankert.

Im Kinder -und Jugendhilfeplan des Bundes (2000) heißt es dazu:
"(1) Internationale Jugendarbeit soll die persönliche Begegnung junger Menschen aus verschiedenen Ländern, ihr gemeinsames Lernen und Arbeiten, den Erfahrungsaustausch von Fachkräften der Jugendarbeit sowie die Zusammenarbeit der Träger der Kinder- und Jugendhilfe über die nationale Grenzen hinaus ermöglichen. Sie ist gleichzeitig integraler Bestandteil der Jugendhilfe.

(3) Besondere Herausforderungen für die internationale Jugendarbeit ergeben sich aus dem Prozess der europäischen Einigung, durch multilaterale Zusammenarbeit, den Veränderungen in Mittel- und Osteuropa sowie der Zusammenarbeit für Entwicklung und Frieden. Internationale Jugendarbeit soll junge Menschen zur Mitarbeit bei der Fortentwicklung eines freiheitlichen demokratischen Europas unter Einbeziehung der Staaten mittel- und Osteuropas motivieren und ihnen Wege zum solidarischen Handeln, besonders mit jungen Menschen in den Entwicklungsländern eröffnen.

(4) Internationale Jugendarbeit erstreckt sich auf alle Felder der Jugendhilfe."

Internationale Jugendarbeit ist auch Bestandteil des Aktionsprogramms "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus", das 2001 von der Bundesregierung verabschiedet wurde. Damit sollen verstärkt Themen wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aufgegriffen und länderübergreifende Strategien zur Beteiligung junger Menschen entwickelt werden.

Internationale Jugendarbeit realisiert folgende sozialpädagogische Ziele:

Jugendliche aus unterschiedlichen Herkunftsländern erhalten die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen und dadurch Ängste, Aggressionen und Vorurteile abzubauen. Sie entdecken durch persönliche Erlebnisse andere Länder und erhalten einen Einblick in deren Politik, Geschichte, Kultur und Lebensweise. Dadurch können sie Verständnis und Toleranz für das Fremde zu entwickeln. Junge Menschen werden auf das Leben in einer multikulturellen Gesellschaft vorbereitet und erleben die Vielfalt der Kulturen als Bereicherung.

Internationale Jugendarbeit leistet einen Beitrag zur interkulturellen Erziehung und zur Herausbildung einer eigenen kulturellen Identität und regt dazu an, Fremdsprachenkenntnisse anzuwenden und zu erweitern. Jugendliche werden befähigt, Konflikte gewaltfrei zu lösen, ihre eigene Lebenssituation bewusst wahrzunehmen, Standpunkte zu überdenken, Toleranz und Solidarität zu entwickeln sowie aktiv an der Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft mitzuwirken.

Internationale Jugendarbeit ermöglicht den Erfahrungsaustausch von Fachkräften der Jugendarbeit über Ländergrenzen hinweg.

Der Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft sowie die zunehmende Globalisierung aller Lebensbereiche stellen auch die internationale Jugendarbeit vor neue Herausforderungen. Zukünftig muss es deshalb gelingen, praxisorientierte Angebote für Auslandsaufenthalte für Jugendliche weiter auszubauen, damit junge Menschen notwendige internationale Kompetenzen erwerben können. Verstärkt sollen sozial benachteiligte Jugendliche und junge Menschen aus Migrantenfamilien in die internationale Jugendarbeit einbezogen werden. (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2001): Chancen im Wandel. Jugendpolitisches Programm der Bundesregierung)

Freie und öffentliche Träger der Jugendhilfe haben auf dieser Grundlage eine breite Palette internationaler Kontakte aufgebaut. Zu den gegenwärtigen Angeboten gehören vor allem bi- und multilaterale Jugendbegegnungen, Workcamps, Fachkräfteaustausch, Information und Beratung zu Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes für Jugendliche (Freiwilligendienste, AuPair, Praktika) sowie die Integration ausländischer Jugendlicher und deren Beratung.