Grundprinzipien Kinderrechtskonvention


Die Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention

Die Konvention über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechskonvention) besteht aus einer Präambel (Einleitung) worauf insgesamt 54 Artikel folgen. Es gibt in diesem Dokument des Völkerrechts jedoch keine Hierarchie, die festlegen würde, welche Rechte wichtiger oder welche untergeordnet wären. Vielmehr stehen alle Rechte und Prinzipien gleichberechtigt nebeneinander. Sie verstärken und ergänzen sich wechselseitig.


Die Rechte, die die UN-Kinderrechtskonvention formuliert, beruhen auf vier Grundprinzipien:
- Dem Recht auf Gleichbehandlung
- Dem Prinzip der Wahrung des Kindeswohls

- Dem Recht auf Leben und persönliche Entwicklung
- Der Achtung vor der Meinung und dem Willen des Kindes

  • Das Recht auf Gleichbehandlung bedeutet, dass kein Kind wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft und Abstammung, seiner Staatsbürgerschaft, seiner Sprache oder Religion, seiner Hautfarbe, aufgrund einer Behinderung, wegen seiner politischen Ansichten oder seines Vermögens benachteiligt
    werden darf (Artikel 2).
  • Das Prinzip der Wahrung des Kindeswohls bedeutet, dass das Wohl des Kindes der wichtigste Gesichtspunkt ist. Dieser muss bei allem staatlichen Handeln vorrangig berücksichtigt werden. Kinder sind weder Privat- noch Nebensache. Der Staat muss sie nicht nur schützen, sondern auch fördern (Artikel 3).
  • Das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung: Das grundlegendste Menschenrecht ist das Recht auf Leben. Im Artikel 6 der Konvention wird zunächst das Recht auf Überleben formuliert. Weiterhin werden aber in diesem Artikel die Staaten der Welt verpflichtet, in „größtmöglichem Umfang“ die Entwicklung der Kinder zu gewährleisten.
  • Das Prinzip „Achtung vor der Meinung und dem Willen des Kindes“ bedeutet, dass Kinder ihrem Alter und ihrer Reife gemäß als Personen ernst genommen und respektiert werden sollen. Sie dürfen ihre Meinung frei äußern und haben Anspruch darauf, Gehör zu finden. Außerdem haben Kinder Recht auf Mitwirkung Die Staaten sollen sicherstellen, dass Kinder in Angelegenheiten, die sie selbst betreffen, mittelbar oder unmittelbar Einfluss auf Entscheidungen nehmen können. Sie haben ein Anrecht darauf, die Gegenwart – ihr Leben als Kinder – mitzugestalten (vgl. Artikel 12).

Aus diesen vier Grundprinzipien, die die Konvention prägen, ergeben sich zahlreiche Einzelrechte, die in drei Gruppen eingeteilt werden können:

  • Versorgungsrechte
    Hierzu zählen u.a. die Rechte auf Gesundheitsversorgung, Bildung, angemessene Lebensbedingungen, Ernährung und Kleidung, eine menschenwürdige Wohnung und auf soziale Sicherheit. Zu den wichtigsten Rechten von Kindern gehört überdies das Recht auf einen Namen, auf Eintrag in ein Geburtsregister und auf eine Staatsangehörigkeit, kurz: auf eine persönliche Identität und einen rechtlichen Status als Bürger ihres Landes (Artikel 23-29, 7, 8).
  • Schutzrechte
    Neben angemessener Versorgung bedürfen Kinder besonderen Schutzes. Sie haben ein Recht auf Schutz vor körperlicher oder seelischer Gewaltanwendung, vor Misshandlung oder Verwahrlosung, grausamer oder erniedrigender Behandlung und Folter, vor sexuellem Missbrauch, wirtschaftlicher oder sexueller Ausbeutung oder auch auf Schutz vor Drogen. Die Staaten verpflichten sich, Kinder vor Entführung und Kinderhandel zu bewahren, ihnen auch im Krieg, auf der Flucht oder bei Katastrophen besonderen Schutz zu gewähren, Minderheitenrechte zu achten und Kinder nicht der Todesstrafe zu unterwerfen (Artikel 19-22, 30, 32-38).
  • Kulturelle, Informations- und Beteiligungsrechte
    Kinder haben ein Recht auf freie Meinungsäußerung und auf freien Zugang zu Informationen und Medien. Sie haben Anspruch auf kindgerechte Information. Die Staaten sind gehalten, das Recht der Kinder auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu achten. Sie müssen die Privatsphäre und die persönliche Ehre von Kindern schützen. Kinder haben wie Erwachsene ein Recht auf Freizeit und Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben. (Artikel 12-17, 31).

(vgl.: Kinder haben Rechte! Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Eine Einführung; Dokumentation Nr. 11; Herausgegeben vom Deutschen Komitee für UNICEF; August 2001)

Die UN-Kinderrechtskonvention im Wortlaut (Texte in amtlicher Übersetzung auf Deutsch) findet man unter www.kidweb.de/kiko.htm oder unter www.kinderpolitik.de/bibliothek/content/3_1.htm.

Die Rechte der Kinder einfach erklärt - Erklärung der UN-Kinderkonvention für Kinder; 5. Auflage Sommer 2004
www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/PRM-9426-Die-Rechte-der-Kinder-_28logo_29--,property=pdf,bereich=,rwb=true.pdf  (.pdf 4,1 MB)

Mehr zu Kinderrechten auch unter:
www.kindersache.de/politik/default.htm?a=/politik/rechte.htm