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Quelle: www.seniorplace.de

Betreutes Wohnen

Für die meisten Menschen ist es von Bedeutung, im Alter oder bei einer Behinderung so lange wie möglich in der eigenen Wohnung weiter wohnen zu können. Hier helfen insbesondere die ambulanten Pflegedienste. In den letzten Jahren hat sich das Spektrum der Wohnmöglichkeiten erheblich erweitert, wobei das Betreute Wohnen stark zugenommen hat.

Häusliche Pflege

Selbständigkeit und persönliche Zufriedenheit werden maßgeblich durch die eigene Wohnung und das Wohnumfeld mitbestimmt. Wenn das individuelle häusliche Wohnen im Alter, z.B. durch Mobilitätseinschränkungen oder durch eine Behinderung stark beeinträchtigt ist, gibt es breites Netz ambulanter Pflegedienste, die hier die notwendigen Unterstützungsleistungen erbringen, um das Wohnen in den eigenen vier Wänden möglichst lange aufrecht zu halten.

Abgesichert wird dies über die fünfte Säule der Sozialversicherung, der zum 01. Januar 1995 eingeführten Pflegeversicherung. Rund 80 Millionen Bürgerinnen und Bürger haben seitdem einen Versicherungsschutz bei häuslicher – und seit dem 1. Juli 1996 auch bei stationärer – Pflege. Gut 2 Millionen Pflegebedürftige in unserem Land erhalten die Hilfe, die nötig ist, damit nicht nur sie, sondern auch ihre Familien nachhaltig entlastet werden. Für die häuslichen Pflegepersonen besteht auch ein besserer sozialer Schutz in der Renten- und Unfallversicherung. Aus der Pflegeversicherung werden als Sachleistung Pflegeeinsätze durch ambulante Pflegedienste und Sozialstationen erbracht oder es wird Pflegegeld bezahlt. Seit Juli 2006 werden auch die Leistungen bei stationärer erbracht. Die Pflegeversicherung übernimmt je nach Pflegestufe die pflegbedingten Auwendungenbis zu 1432,- EUR monatlich.

Weitere Informationen zur Pflegeversicherung finden sie im Portal unter der Rubrik Gesundheit und Pflege sowie auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums.

Informationen zum Betreuten Wohnen

In den letzten Jahren haben sich neue Wohnformen entwickelt, wobei das sogenannte "Betreute Wohnen" quantitativ stark zugenommen hat. Unter dem Begriff Betreutes Wohnen werden Wohnformen verstanden, in denen alte Menschen, psychisch Kranke, Menschen mit Behinderung oder Jugendliche von Sozialarbeitern, Psychologen, Erziehern, Therapeuten oder Pflegekräften betreut werden. Ziel ist es, im Rahmen des betreuten Wohnens den Menschen mit Hilfebedarf eine weitestgehend selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lebensführung zu ermöglichen. Betreutes Wohnen schafft somit eine Wohnform für Menschen, die ihr Leben und ihren Haushalt weitestgehend allein gestalten können, aber ein Umfeld benötigen, in dem sie bei Bedarf professionelle Beratung und Hilfe erhalten können. Deshalb finden hier in der Regel auch nur Personen Aufnahme, die ein vergleichsweise hohes Maß an Selbstständigkeit besitzen, da sich die Betreuung im Betreuten Wohnen im Wesentlichen auf psychosoziale Betreuung und Beratung beschränkt.

Zum Betreuten Wohnen sind in den letzten Jahren moderne Einrichtungen entstanden, in denen beispielsweise Appartments, bzw. abgeschlossene Wohnungen individuell eingerichtet werden können und in denen sich unter einem Dach auch Dienstleistungsangebote wie z.B. Friseur, Physiotherapie und Schwimmbad befinden. In Deutschland gibt es mittlerweile viele hundert betreuter Seniorenwohnungen.

Rechtsgrundlagen finden sich im SGB IX in § 55 Nr. 6. Hier werden im Rahmen der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft für Menschen mit Behinderung „Hilfen zum Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten“ als Leistungen genannt. Daraus können sich Ansprüche auf Sozialleistungen im  Rahmen der Eingliederungshilfe SGB XII ergeben, worunter meist die ambulanten Beratungsleistungen und sozialen Dienstleistungen verstanden werden.

Auskünfte über das Betreute erteilen die Träger von Einrichtungen der Eingliederungshilfe. In den Bundesländern Hessen und Sachsen auch der dortige Landeswohlfahrtsverband Hessen beziehungsweise der kommunale Sozialverband Sachsen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Bau von Modellen der Altenhilfe und der Behindertenhilfe, die in ihrer Architektur und ihrer Nutzungskonzeption überregional beispielgebend und übertragbar sind. Ziel der Bauprojekte ist es, die Rahmenbedingungen für ein selbständiges Leben von Menschen mit Behinderung in innovativer Form zu verbessern. Insbesondere das Zusammenleben von älteren und jüngeren Menschen mit Behinderung bildet hierbei einen Schwerpunkt.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales