Generation. Selmsdorf 2010


Generation. Selmsdorf 2010

Generation Einheit: Jugendliche sehen Wiedervereinigung positiv

Die Jugendzeitschrift Spiesser und die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben in einer gemeinsamen Umfrage herausgefunden, dass die Jugendlichen in Deutschland sich als resistent gegen die Dauerklagen von Medien und Politikern wie Platzeck und Gysi über die angeblichen Defizite bei der Deutschen Einheit erwiesen haben. Neunzig Prozent der Jugendlichen findet die Wiedervereinigung ohne Wenn und Aber gut. Keine andere Altersgruppe sieht das so positiv.
Für junge Leute sind Klischees wie „Ossi“ und „Wessi“ schlicht von gestern. Für immerhin 63% spielt es keine Rolle, ob sie ihr Studium oder Ihre Ausbildung im Osten oder Westen absolvieren müssen, auch wenn sie das Bundesland wechseln müssen.
Während Politiker wie de Maiziere, Platzeck oder Gysi bestreiten, dass es sich bei der DDR um einen Unrechtsstaat gehandelt hat, sehen 73% der Jugendlichen ganz klar, dass die DDR eine Diktatur war.
Junge Leute finden allerdings auch, dass ihnen DDR-Geschichte von ihren Lehrern, Eltern und den Medien zu wenig oder zu ungenau vermittelt wird.
Damit beweisen die jungen Leute ein besseres Urteilsvermögen als ihre erwachsenen Lehrer, die im Unterricht die Geschichte der zweiten Diktatur in Deutschland zu wenig vermitteln, oder die Programm-Macher der Öffentlich-Rechtlichen Medien, die Beiträge über die DDR-Geschichte auf Sendeplätze nahe Mittenacht schieben oder gar nicht ausstrahlen. Wie leider zu erwarten war, sind die Ergebnisse dieser Studie, die schon vor mehreren Tagen veröffentlicht wurde, von den Mainstream-Medien nicht zur Kenntnis genommen worden.

Die Wiedervereinigung Deutschlands finden vor allem die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen gut. Zwar gab es Jahre nach der offiziellen Deutschen Einheit 1990 noch viele Klischees und Vorurteile von den „Ossis“ und den „Wessis“, und sie sind bis heute nicht restlos verschwunden. Doch mit den Jugendlichen von heute wächst eine Generation heran, die sich nicht mehr westdeutsch oder ostdeutsch fühlt. Laut einer Umfrage empfinden sich 80 Prozent der 14- bis 19-Jährigen als Deutsche. Als Westdeutsche oder Ostdeutsche sehen sich nur elf Prozent. Bei den 20- bis 29-Jährigen sind es 64 Prozent, die sich als Deutsche sehen.