Ehrenamt und Freiwilligenarbeit


Ehrenamtliches Engagement hat in Selmsdorf eine lange Tradition. Das belegen historische Quellen. Die Menschen arbeiteten immer schon in Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen und Parteien aktiv mit. Das gilt auch heute noch so und wir sind darauf angewiesen! Bundespräsident Theodor Heuss sagte einmal: „Demokratie ist ohne ehrenamtliches Engagement nicht überlebensfähig.“

Vielfalt und Vielzahl ehrenamtlichen Engagements bestimmen unser Leben. Ehrenamtlich arbeiten kommunale Mandatsträger, Feuerwehrangehörige und Katastrophenschutz- helfer, kirchlich Engagierte, Betreuer in den sozialen und karitativen Diensten, in den Sportvereinen, Elternvertretungen, Gewerkschaften, diejenigen, die auf kulturellem Gebiet tätig sind oder sich für Umwelt- und Tierschutz einsetzen.

Fachleute differenzieren zwischen „altem“ und „neuem“ Ehrenamt. Dabei steht „altes Ehrenamt“ für das traditionelle Engagement in Verbänden und Vereinen. Das sind die Sportvereine, die freiwillige Feuerwehr, Kirchen, Parteien usw. Diese Form des Einsatzes für das Gemeinwohl ist und bleibt unverzichtbar. Denn es schafft und erhält soziale Strukturen, die auf Dauer angelegt sind. Sie vermitteln Stabilität und Identifikation. Das „neue Ehrenamt“ bezeichnet demgegenüber Formen der Selbsthilfe, unbezahlte Arbeiten im privaten Sektor oder Bürgerarbeit. Das sind häusliche Pflegearbeiten, Nachbarschaftshilfe, spontane Mitarbeit in Initiativen usw. Diese Tätigkeiten sind nicht im gleichen Ausmaß wie das traditionelle Ehrenamt an Organisationsstrukturen gebunden. Gerade deswegen kann entsprechendes Engagement flexibel auf Bedarfssituationen reagieren. Wir brauchen beide Arten der ehrenamtlichen Arbeit.

In der Gemeinde Selmsdorf existiert eine ausgeprägte Kultur des Helfens. Derzeit sind rund ein Drittel, also 10 % der Selmsdorfer, ehrenamtlich engagiert. Im Durchschnitt hat jeder Engagierte in der Gemeinde 1,6 Ehrenämter, für die er wiederum durchschnittlich 15 Stunden pro Monat an Zeit aufwendet.

Während die Engagementquote bei Frauen bei ca. 15 % liegt, ist sie bei den Männern um zehn Prozentpunkte höher.

Mit steigender Haushaltsgröße steigt das Engagement. Das unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Familie für die Entwicklung des sozialen Bewusstseins. Dabei wird auch deutlich, dass kein einfacher Zusammenhang zwischen „Freizeit“ und „Ehrenamt“ besteht. Arbeitslose engagierten sich in Selmsdorf nicht ganz so stark wie Menschen, die Arbeit haben. Auch das Engagement der Rentner und Pensionäre ist unterdurchschnittlich. Daraus kann man schlussfolgern: Ehrenamtlicher Einsatz wird besonders durch stabile Einbindung in soziale Gemeinschaften gefördert. Engagement braucht Integration, und Integration fördert Engagement.

Fragt man nach der Motivation zum ehrenamtlichen Engagement, geben die meisten an „Menschen zu helfen“, „Freude an der Tätigkeit zu haben“, „ das Gemeinwohl zu fördern“, „die eigenen Kenntnisse zu erweitern“ sowie „Menschen kennen zu lernen“. Das Ehrenamt soll also Spaß machen, und es soll auch etwas bringen - nicht nur für die Sache, um die es geht, nicht nur für die anderen, für die man sich einsetzt, sondern auch für einen selbst.

In Selmsdorf sind gut 230 ehrenamtlich Engagierte tätig. Sie zu unterstützen, hat die Gemeinde Selmsdorf Initiativen ergriffen: