Die JGS - informiert


Unser Wald ist vielerorts zum Holzacker verkommen, Tag und Nacht, sommers wie winters wird bei jedem Wetter Holz geerntet und gerückt. Alte Bestände sind Mangelware...

Mit Sachverstand und Willen ist das scheinbare Problem artgerecht bewirtschaftetes Schalenwild, das sich im Revier wohlfühlt, und naturnaher, auch ökonomisch erfolgreicher Waldbau durchaus lösbar. Doch dazu sind auf beiden Seiten - Forst und Jägerschaft - Zugeständnisse gefordert. Einerseits ist das Akzeptieren eines gewissen Äsungsbedarfes und somit auch Verbiss vonnöten und andererseits muss anerkannt werden, dass die Wilddichten im bewirtschafteten Wald nicht in den Himmel wachsen können.

Die Störfaktoren für das Wild im Wald haben enorm zugenommen. Nicht nur Pilz- und Stangensucher, Waldbesucher mit Hunden, Enduro- und Quadfahrer und auch Jäger, die oft weit an den Ansitzort heranfahren, schaffen Unruhe im Revier. Die erste Hegemaßnahme lautet Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Ruhe schaffen kostet nichts, aber wir müssen sie schaffen und damit den ersten Schritt zur Senkung der Wildschäden tun. Je mehr das Wild gestört wird, umso länger bleibt es in den Einständen, der natürliche Äsungsrhytmus wird gestört, es verbeißt und schält. Wildtiere, deren Ruhepause im Winter gestört wird, benötigen enorm viel Energie für die Flucht und müssen mehr fressen. Dies wiederum führt zu erhöhtem Verbiß.

Viele Zivilisten wissen auch nicht, dass die Fütterung von Wildtieren verboten ist. Das klingt erstmal nicht gerade tierfreundlich – ist es aber! Denn, wenn die Fütterungen ausbleiben, sucht sich das Wild neue Futterquellen. Dies dann zum Leidwesen der Grundstücksbesitzer, weil der Wildschaden unvermeidlich ist. Abgesehen davon, wird durch die Fütterung der Wildtiere in die natürliche Auslese eingegriffen, die Bestände steigen und prozentual dazu der Nahrungsbedarf. In Extremfällen wird das Wild zutraulich und hält sich auch nicht mehr von den Siedlungen und Straßen fern, was wiederum zum Anstieg der Wildunfälle führt.

In den meisten Revieren gibt es kleine eingzäunte Parzellen mit jungem Baumbesatz. Diese Einzäunungen dienen den Pflanzen zum Schutz vor dem Wild, um eine Größe zu erreichen, bei der ein Schaden durch Verbiß oder Schälung nicht mehr ins Gewicht fällt. Aber kaum ein Wanderer oder Naturfreund macht sich Gedanken über diese Einrichtungen. So werden Einzäunungen mutwillig zerstört oder gar entwendet. Auch eine Meldung über solche entdeckte Beschädigungen halten die meisten Naturfreunde für überflüssig. Dabei können solche Kleinigkeiten zur Sicherung der Bestände für die nachfolgende Generation beitragen.