Arbeiten in der Bibliothek


Dipl.-Bibliothekar/in (FH) Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick:

Bibliothekare und Bibliothekarinnen beschaffen in öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliotheken nach Vorgaben Bücher, Zeitschriften und andere Medien, systematisieren und katalogisieren sie. Sie organisieren Leihverkehr (auch Fernleihe) und Lesesaal sowie den optimalen Nutzerzugriff auf die Leistungen ihrer Bibliothek. Sie beraten die Bibliotheksbenutzer und beschaffen für sie Medien und Informationen. Außerdem pflegen sie die Bibliotheksbestände, recherchieren in bibliothekarischen Quellen, nutzen und gestalten bibliothekarische Online- Ressourcen und betreiben Öffentlichkeitsarbeit.

Beschäftigungsmöglichkeiten finden Bibliothekare und Bibliothekarinnen in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken aller Art. Sie arbeiten hauptsächlich in Büros mit entsprechender EDV-Ausstattung sowie in Lesesälen oder Magazinräumen.

Die Ausbildung im Überblick

Den berufsqualifizierenden Abschluss Diplom-Bibliothekar/in (FH) erreicht man durch ein Studium an einer Fachhochschule.

Das Studium des Bibliothekswesen kann man nicht nur an einer Fachhochschule, sondern auch an Universitäten absolvieren, vereinzelt jedoch nur als 2. Hauptfach. Beispielsweise in Kombination mit einem Hauptfach aus dem Bereich der Informationswissen-schaften wie Archivwesen oder Dokumentation kann es auch als Nebenfach gewählt werden. Daneben werden auch Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschluss angeboten.

Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester, darin ist mindestens ein Praktikumssemester enthalten. Es gibt auch einen Studiengang mit sieben Semestern.

Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste - Bibliothek / Bibliotheksassistent/in

Die Ausbildung zum Bibliotheksassistenten/zur Bibliotheksassistentin ist nicht mehr möglich. An ihre Stelle ist die Ausbildung zum Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste - Bibliothek getreten.

Bibliotheksassistenten und Bibliotheksassistentinnen beschaffen nach Vorgaben Bücher, Zeitschriften und andere Medien und systematisieren sie in Katalogen. Sie übernehmen die mit dem Verleih verbundenen Arbeiten, beraten die Bibliotheksbenutzer und -benutzerinnen und beschaffen für sie Medien und Informationen. Außerdem pflegen sie die Bibliotheksbestände.

Berufsbezeichnung seit 1998: Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste - Fachrichtung Bibliothek

Vergleichbarer früherer DDR-Beruf: Bibliotheksfacharbeiter/in

Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick

In der Fachrichtung Bibliothek beschaffen Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Bücher, Zeitschriften sowie andere Medien und systematisieren diese in Katalogen. Sie übernehmen die mit dem Verleih verbundenen Arbeiten, beraten die Bibliotheksbenutzer und -benutzerinnen und beschaffen für sie Medien und Informationen. In ihrem Zuständigkeitsbereich liegt es auch, die Bibliotheksbestände zu pflegen.

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek sind überwiegend im Öffentlichen Dienst, aber auch in der Privatwirtschaft, in Bibliotheken verschiedenster Art beschäftigt. Das sind zum Beispiel Stadtbibliotheken, wissenschaftliche Bibliotheken oder Werksbibliotheken größerer Firmen. Beschäftigungsmöglichkeiten finden sie in allen Bereichen dieser Bibliotheken: im Büro, am Kundenterminal, in den Lesesälen oder direkt an den Regalen.

Die Ausbildung im Überblick

Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Er ist keinem Berufsfeld zugeordnet.

Dieser Beruf wird im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft in folgenden Fachrichtungen ausgebildet:

  • Bibliothek
  • Bildagenturen
  • Archiv
  • Information und Dokumentation
  • Medizinische Dokumentation

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Weitere Informationen: http://fami-treff.de.tl

Berufsbild

Bibliotheken sind Orte des Wissens und Lernens, sie sind Orte der Literatur und des Lesens. Bibliotheken sind lernende Organisationen, sie schaffen Kulturen des lebenslangen Lernens. So läßt sich die zum Teil jahrhundertelange Tradition von Bibliotheken umschreiben.

"Virtuelle Bibliothek", "Datenautobahnen", "internationale Netze" - mit diesen Begriffen wird die Zukunft von Bibliotheken und Bibliothekaren umrissen. Nicht nur Wissen - im Medium "Buch" niedergelegt und in Bibliotheken für die Nachwelt erhalten - ist heute gefragt, sondern auch Wissen in Form von ad hoc verfügbaren Informationen im flüchtigen und schnell veränderbaren Medium elektronischer Datennetze.

Das Selbstverständnis des bibliothekarischen Berufsstandes wird sich daher künftig weniger an der Institution Bibliothek mit ihren unterschiedlichen Sparten und Typen (Öffentliche und wissenschaftliche Bibliothek, Universal- oder Spezialbibliothek) orientieren können, sondern vielmehr mit Handlungsfeldern und Arbeitsinhalten, wie z. B. Nutzerberatung, Informationsvermittlung, Management oder Netzwerkadministration, verbunden sein.

Bibliothekare sind seit je her Spezialisten für den Informationstransfer, für den Umgang mit dem Rohstoff "Wissen", sei es in einer Schulbibliothek, in einer Anwaltssozietät oder einer Universitätsbibliothek. Die weltweit rasante Zunahme der Informationsmengen in internationalen Datennetzen fordert Bibliothekare heraus, diese transparent und zugänglich zu machen. Als professionelle Partner im Medien- und Informationsbereich stellt sich ihnen künftig verstärkt die Aufgabe, als Navigatoren in Datennetzen zu fungieren und darüber hinaus Qualität und Relevanz elektronischer Informationen zu sichern.

Gemeinsamkeiten zwischen Tätigkeitsfeldern im Informationsbereich, zwischen den unterschiedlichen Berufsfeldern von Bibliothekaren, Dokumentaren und Archivaren nehmen zu, auch wenn Unterschiede bleiben:
Sind Archive in ihren Beständen und Informationen vorwiegend auf die Sicherung von Zeugnissen aus Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft gerichtet, so sorgen Dokumentationsstellen überwiegend für die jetzt und hier benötigte Information.
Bibliotheken bilden die Klammer zwischen beiden. Ihre oft über Jahrhunderte gewachsenen Bestände mit dem kulturellen Gedächtnis, das sie repräsentieren, sind auch heute und morgen unverzichtbar, werden aber durch moderne Informations- und Kommunikationstechniken ergänzt: Neben Beschaffung und Bereitstellung physischer Medien wie Bücher und Zeitschriften oder CD-ROM tritt die rasch beschaffte Information aus Ressourcen der ganzen Welt.

Abgrenzung prägt traditionell das Mit- und Nebeneinander der Berufe im Medien- und Informationsbereich: Spartentrennung bestimmt sogar das Berufs- und Tätigkeitsfeld von Bibliothekaren an wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken. Jedes Berufsbild gliedert sich noch einmal je nach Vorbildung in unterschiedliche Laufbahnen. Ist diese kleinteilige, abgegrenzte Berufslandschaft die Basis für die Zukunft der Informationsgesellschaft? Muss man nicht vielmehr davon ausgehen, dass die Arbeit mit Informationen und Wissen gerade auch in ihrer technischen Umsetzung sich in unterschiedlichen Handlungsfeldern stärker angleichen wird, und dass von jedem, der im Informationsbereich tätig ist, ein Grundbestand an gemeinsamen, berufsübergreifenden Qualifikationen verlangt werden wird?

Die rasante Entwicklung moderner Kommunikationstechniken und der damit einhergehende gesellschaftliche Wandel gegen Ende des 20. Jahrhunderts stellen nicht nur das bibliothekarische Selbstverständnis, sondern auch tradierte und bewährte Definitionen bibliothekarischer Qualifikationen in Frage.
Je mehr sich die verschiedenen Berufsfelder im Medien- und Informationsbereich einander annähern, je geringer die genaue Kenntnis künftiger Entwicklungen und der Rolle von Bibliotheken und Bibliothekaren in einer sich wandelnden Gesellschaft ist, desto weniger lässt sich ein Kanon von Kenntnissen und Fertigkeiten rechtfertigen, über den künftige Bibliothekare verfügen sollen. An die Stelle eines gesicherten Anforderungskatalogs muss die Formulierung von (Schlüssel-)Qualifikationen bzw. von Kompetenzen treten. Sie sollen künftige Bibliothekare befähigen, sich nicht nur auf neue Entwicklungen einzustellen, sondern sie auch innovativ und antizipierend (mit) zu gestalten.

Bibliotheken brauchen Mitarbeiter, die entweder über eine große Bandbreite unterschiedlicher Kompetenzen verfügen (Generalisten) oder einzelne Kompetenzen schwerpunktmäßig vertieft haben (Spezialisten). Diese Kompetenzen kommen in verschiedenen Handlungsfeldern (Erschließung, Benutzungsdienst, Kulturarbeit) zum Einsatz und umfassen unterschiedliche Ausführungsqualifikationen (Handwerker, Manager, Stratege, Wissenschaftler). Die Ausbildung vermittelt und vertieft viele dieser Kompetenzen. Teilweise sind darüber hinaus fachwissenschaftliche Kenntnisse nötig, die nicht innerhalb, sondern weitgehend außerhalb der Ausbildung erworben werden müssen.